„Stell dich doch mal kurz vor.“

Warum dieser Satz mehr kann, als er verspricht

Es gibt Sätze, die klingen völlig harmlos und lösen trotzdem erstaunlich viel aus. Einer davon ist: „Stell dich doch mal kurz vor.“

Kurz. Das ist in diesem Satz wahrscheinlich das herausforderndste Wort. Denn meistens fällt er in Situationen, in denen gar nicht so viel Zeit ist, um innerlich noch einmal alles zu sortieren. In einer Vorstellungsrunde. Beim Netzwerken. Vor einem Meeting. Auf einer Veranstaltung. Zwischen Kaffee, Namensschild und dem kleinen Moment, in dem alle Blicke kurz bei einem landen.

Ich kenne diese Situationen sehr gut. Ich bin viel auf Kongressen, in Netzwerken, in Workshops, bei Veranstaltungen und in beruflichen Runden unterwegs. Netzwerken gehört für mich nicht zu den Dingen, die ich manchmal zusätzlich mache, sondern zu meinem Alltag. Ich lerne Menschen kennen, stelle mich vor, erzähle von meiner Arbeit, höre zu, verbinde Themen, erkenne Möglichkeiten und merke dabei immer wieder: Es macht einen riesigen Unterschied, ob jemand sich wirklich auf den Punkt bringen kann oder ob die eigene Geschichte sich während des Sprechens erst sortiert.

Und ja, ich kenne diesen Moment auch von mir selbst.

Das mag auf den ersten Blick vielleicht überraschen, weil ich seit 2014 beruflich auf Bühnen stehe, Veranstaltungen moderiere, Workshops leite und seit 2015 als Gastdozentin an verschiedenen Hochschulen unterwegs bin. Dazu kommen zehn Jahre Werbeagenturleben, in denen ich Konzepte präsentiert, Ideen gepitcht und Kundinnen und Kunden durch Gedankenwelten geführt habe. Ich kann vor Menschen sprechen. Ich kann Räume halten. Ich kann Inhalte verdichten. Ich kann auch ziemlich gut frei sprechen, wenn ich mein Thema kenne und weiß, worum es geht.

Und trotzdem ist eine spontane Vorstellungsrunde noch einmal etwas anderes.

Auf einer Bühne habe ich ein Thema, eine Dramaturgie, eine Richtung. Ich weiß, wo ich hinwill. Bei einer Vorstellungsrunde ist das Setting oft kleiner, schneller und gleichzeitig erstaunlich offen. Da sitzen vielleicht zehn Menschen im Raum und jede Person soll kurz sagen, wer sie ist und was sie macht. Und dann steht man innerlich plötzlich an einer Kreuzung.

Welche Version von mir braucht dieser Raum gerade?

Denn ich bin vielschichtig. Das ist schön, manchmal praktisch und in Vorstellungsrunden gelegentlich eine kleine Herausforderung. Ich bin Impuls- und Strukturgeberin, Markenberaterin, Moderatorin, Dozentin, Fotografin, Verlegerin. Ich begleite Menschen, Marken und Unternehmen dabei, sich selbst klarer zu erkennen und sichtbar zu werden. Ich arbeite mit Human Design, mit Kommunikation, mit Strategie, mit Gestaltung, mit Veränderungsprozessen. Ich habe eine Praxis, Ausbildungen im Bereich Beratung, Coaching, Hypnose und Persönlichkeitsentwicklung. Ich fotografiere, schreibe, entwickle Angebote, begleite Unternehmerinnen und Unternehmen. Alles wahr. Alles Teil meiner Arbeit. Alles irgendwie ich.

Nur ist nicht alles in jedem Moment relevant.

Wenn ich auf einer Veranstaltung im Gesundheitswesen bin, erzähle ich anders von meiner Arbeit als in einem Netzwerk für Unternehmerinnen. Wenn ich mit Apothekerinnen und Apothekern spreche, setze ich einen anderen Schwerpunkt als in einem Gespräch über Markenentwicklung. In einem politischen Kontext interessiert vielleicht ein anderer Teil meiner Arbeit als in einem kreativen Projekt. Und wenn mich jemand beim Netzwerken fragt: „Wie kann ich mit dir zusammenarbeiten?“, dann hilft es wenig, erst einmal das komplette Regal meiner Möglichkeiten auszuräumen.

Ich nenne das manchmal liebevoll die berufliche Schrankwand.

Alles drin. Viel Stauraum. Beeindruckend vielleicht. Nur leider schwer zu erfassen, wenn jemand gerade vor allem wissen möchte, welche Tür für ihn oder sie relevant ist.

Genau darin liegt für mich einer der wichtigsten Punkte bei beruflicher Selbstvorstellung: Wir müssen nicht immer vollständig sein. Wir dürfen relevant sein.

Das klingt einfacher, als es sich manchmal anfühlt. Denn Vollständigkeit gibt Sicherheit. Wenn ich alles erzähle, kann niemand etwas übersehen. Wenn ich alle Stationen nenne, sieht man hoffentlich meine Erfahrung. Wenn ich erkläre, wie alles zusammenhängt, versteht mein Gegenüber vielleicht, warum ich genau so arbeite, wie ich arbeite.

Vielleicht passiert aber auch etwas anderes. Der stärkste Punkt geht unter.

Aus einer klaren Aussage wird eine lange Hinführung. Aus Erfahrung wird eine Aufzählung. Aus Kompetenz wird Erklärung. Aus einem guten ersten Satz wird ein Weg, auf dem das Gegenüber zwischendurch schon nicht mehr ganz weiß, worum es eigentlich geht.

Dabei ist eine gute Vorstellung kein vollständiger Lebenslauf. Sie ist eine Einladung.

Sie öffnet ein Gespräch. Sie zeigt eine Richtung. Sie macht neugierig. Sie sagt nicht alles, sondern das Richtige für diesen Moment. Und genau das ist besonders für Frauen in Führung, Unternehmerinnen, Selbstständige und Expertinnen so spannend. Viele haben längst genug Erfahrung, Haltung und Kompetenz. Die Frage ist eher, ob diese Essenz im entscheidenden Moment auch so klar ankommt, wie sie gemeint ist.

Ich glaube, wir verschenken beruflich oft nicht Wirkung, weil wir zu wenig können. Wir verschenken Wirkung, weil wir zu viel gleichzeitig beweisen wollen.

Und dann kommt noch eine zweite Ebene dazu: die Stimme.

Denn ein Satz ist nicht nur Inhalt. Ein Satz hat Tempo, Klang, Pausen, Betonung und ein Ende. Man hört, ob jemand den eigenen Satz stehen lässt. Man hört, ob da noch ein innerer Nachsatz mitläuft. Man hört, ob jemand schnell weiterspricht, weil der eigene Punkt noch nicht ganz im Raum bleiben darf. Und man hört auch, wenn jemand innerlich sortiert ist. Dann wird Sprache ruhiger. Nicht langsam im Sinne von langweilig. Eher klarer. Gesetzter. Verständlicher.

Genau an dieser Stelle ist aus einer Begegnung ein gemeinsames Projekt geworden.

Mona Deibele und ich haben uns auf dem BVDVA-Kongress kennengelernt. Mona gestaltete dort als Lachyogatrainerin und Opernsängerin den Programmpunkt „Kein Tag ohne Lachen!“ – ein energetisierender Nachmittags-Boost nach der Networking-Pause, also ziemlich genau in dem Moment, in dem Konzentration, Körper und Energie gerne einmal kurz absinken.

Wir haben auf dem Kongress nur kurz miteinander gesprochen. Ein paar Tage später bekam ich eine Mail von ihr. Der Betreff lautete: „Herzlicher Gruß und spontane Idee“.

Ich mag solche Betreffzeilen. Vor allem, wenn aus ihnen wirklich etwas entsteht.

Und ziemlich schnell war klar: Da treffen zwei Perspektiven aufeinander, die wunderbar zusammenpassen. Ich schaue auf Klarheit, Struktur, berufliche Essenz und die Frage: Was will wirklich gesagt werden? Mona hört, wie es klingt. Sie bringt Stimme, Atem, Sprechtempo, Pausen, Klang, Präsenz und die Erfahrung großer Bühnen mit.

Denn genau das gehört zusammen. Der klare Inhalt und die Stimme, die ihn hörbar macht. Die berufliche Essenz und der Moment, in dem sie ausgesprochen wird. Der Gedanke im Kopf und die Wirkung im Raum.

So ist Personal Pitch entstanden.

Klar im Kopf. Stark in der Stimme.

Eine Online-Seminarreihe für Frauen, die beruflich klarer sprechen, souveräner wirken und besser in Erinnerung bleiben möchten. Für Frauen in Führung und Frauen, die in Führung gehen wollen. Für Unternehmerinnen, Selbstständige, Expertinnen und Frauen, die regelmäßig in beruflichen Situationen sichtbar sind: beim Netzwerken, in Vorstellungsrunden, in Meetings, auf Veranstaltungen oder überall dort, wo aus einem kurzen Satz ein erster Eindruck entsteht.

Es geht dabei nicht um einen auswendig gelernten Werbesatz. Auch nicht um eine glatte Selbstpräsentation, die zwar professionell klingt, aber mit der eigenen Persönlichkeit wenig zu tun hat. Für mich ist ein guter Personal Pitch eher ein verdichteter Moment von Selbstverständnis.

Ich weiß, wer ich in diesem Kontext bin. Ich weiß, was an meiner Arbeit relevant ist. Ich weiß, was hängen bleiben soll. Und ich kann es so sagen, dass mein Gegenüber nicht erst fünf Minuten lang sortieren muss, was das jetzt eigentlich mit ihm oder ihr zu tun hat.

Das ist für mich der Unterschied zwischen einem Fass und einer Tür.

Ein Fass mache ich auf, wenn ich alles erzähle.

Eine Tür öffne ich, wenn ich genau den Satz finde, durch den ein echtes Gespräch entstehen kann.

Natürlich darf danach mehr kommen. Bei mir kommt danach sogar oft sehr viel mehr. In guten Gesprächen landen wir dann doch irgendwann bei Markenentwicklung, Fotografie, Human Design, Verlag, Bühne, Veränderung, Kommunikation und all den Verbindungen dazwischen. Aber der Anfang muss nicht alles tragen. Er darf nur klar genug sein, damit jemand andocken kann.

Vielleicht ist genau das der Punkt, der mich an diesem Thema so interessiert. Ich habe selbst erlebt, wie sich das Verhältnis zur eigenen Sichtbarkeit verändern kann. In der Grundschule hatte ich einmal die Hauptrolle in einem Theaterstück. Später am Gymnasium war ich lieber hinter der Bühne. Kulissen bauen, Regie führen, Wirkung mitdenken, den Raum gestalten. Ich dachte damals, ich sei nicht für die Bühne gemacht.

Heute weiß ich: Bühne ist nicht nur Scheinwerfer. Bühne ist manchmal auch ein Konferenzraum. Ein Netzwerktisch. Ein Zoom-Fenster. Eine Vorstellungsrunde. Eine Frage zwischen zwei Terminen.

„Und was machst du beruflich?“

Auch so ein Satz.

Einer, bei dem man sich verlieren kann. Oder finden.

Personal Pitch ist für mich ein Format für genau diese Momente. Für Frauen, die nicht noch mehr reden möchten, sondern klarer. Die nicht lauter werden müssen, sondern stimmiger. Die keine Rolle spielen wollen, sondern eine Aussage finden, die zu ihnen passt und trotzdem beruflich trägt.

Am Ende geht es nicht darum, sich kleiner zu machen, damit es angenehm bleibt. Und auch nicht darum, sich größer zu machen, damit es beeindruckt. Es geht darum, die eigene Essenz so klar in den Raum zu bringen, dass sie verstanden werden kann.

Für mich beginnt berufliche Sichtbarkeit manchmal genau dort: Nicht mit einem großen Auftritt, sondern mit einem Satz, der sitzt.

Und mit dem guten Gefühl, dass danach nicht alles gesagt sein muss, aber das Richtige begonnen hat 😉

Personal Pitch: Klar im Kopf. Stark in der Stimme. startet am 5. November 2026. Die Reihe umfasst sechs Online-Module, immer donnerstags von 12:00 bis 13:30 Uhr, in einer kleinen Gruppe mit maximal 12 Teilnehmerinnen.

Alle Informationen findest du unter: personalpitch.de

PS: Für mein Netzwerk habe ich auch einen Rabattcode – schreib mich einfach an 🙂